Das Heilige Grab in Gernrode


Das bedeutendste Kunstwerk Gernrodes stellt das Heilige Grab dar, das im südlichen Seitenschiff noch vor dem ersten Kreuzzug entstanden ist. Es ist nördlich der Alpen die älteste

erhaltene Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem und weist wie jenes eine Vorkammer und eine Hauptkammer auf.


Diese Architektur wurde einbezogen in ein Passionsspiel, das in Gernrode nach einer Handschrift von 1502 seit einigen Jahren wieder belebt wurde. Innen und außen ist das Heilige Grab mit Reliefschmuck aus Stuck von hervorragender Qualität versehen. Dargestellt sind die Stationen der Ostergeschichte – vom Lauf der Jünger zum Grab über die Begegnung der Magdalena mit Christus im Garten Getsemane (Noli me tangere) bis zu den drei Marien am Grabe und dem Auferstandenen. Einen weiteren Höhepunkt in der frühmittelalterlichen Plastik stellt die Westwand des Heiligen Grabes mit ihrem reichen Ornamentschmuck dar.

Nach der Wiedereröffnung 2013 können nun auch kleine Gruppen mit einer Sonderführung einen Blick in das Heilige Grab werfen.

Aber auch mithilfe von Schautafeln und einem kurzen Dokumentarfilm läßt sich der sonst noch unzugängliche Innenraum des heiligen Grabes erschließen.